Die Hochebene Giara di Gesturi

Ihr steht auf Wildwest Kulisse und Wildpferde? Dann ist das Naturreservat Giara genau das richtige Ausflugsziel für Euch. Die Hochebene Sa Jara Manna, wie sie in der sardischen Sprache genannt wird, liegt auf etwa 550hm und ist beinahe komplett eben. Sie bietet für diverse Tierarten einen Lebensraum. Wildschweine, Wildkatzen und Marder fühlen sich hier wohl. Das tierische Highlight auf dieser hochgelegenen Plattform sind aber ohne Zweifel die zwischen 700 und 800 Wildpferde, die hier zu Hause sind. Überreste aus der Frühzeit der sardischen Nuragher Kultur gibt es hier ebenfalls reichlich. Um die 20 Nuraghen bezeugen die Besiedelung und Nutzung der Gegend bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Entwicklungsstufe in der nuraghischen Kultur. Zur Hochebene Giara di Gesturi gelangt man über die Ortschaft Gesturi. Ihr folgt innerhalb der Ortschaft Gesturi den Beschilderungen, die Euch die Abzweigung „Parco della Giara“ anzeigen. Nach der Abzweigung führt Euch der Straßenverlauf hinauf auf die Hochebene Giara di Gesturi. Nach etwa 5,5km erreicht Ihr den kostenfreien Parkplatz.

Auf die Frage, wie Ihr Euch diese Gegend ein wenig genauer ansehen könnt, gibt es mehrere Antworten. Beispielsweise könnt Ihr das Reservat auf dem Mountainbike durchqueren. Eine ebene Schotterstraße führt Euch 

mitten durch das etwa 12km lange und 5km breite Reservat. Dann bietet sich noch die Möglichkeit an, Euch die Gegend auf dem Pferd und in Begleitung eines Führers anzusehen. Wer gerne wandert, der kann sich das Gelände zu Fuß in aller Ruhe ansehen. Wenn Ihr den Is Quaddeddus, also wilden Pferden hier möglichst nah kommen möchtet, dann wird Euch ein kleiner Fußmarsch in der Macchia wohl nicht erspart bleiben. Bis auf etwa 15m lassen sie den Menschen durchaus herankommen. Bei den hier lebenden Pferden handelt es sich um eine wilde Pferderasse, die ausschließlich hier vorkommt. Sie sind kleiner als die meisten anderen Pferde. Genaue Erkenntnisse über die Herkunft der Tiere gibt es kaum. Es wird vermutet, dass sie wohl phönizischen Ursprungs seien. Eine wasserdichte Bestätigung hierfür gibt es allerdings noch nicht.

Die Begegnung mit Menschen ist für diese Tiere zwar nichts Neues. Einmal jährlich wird die gesamte Herde zusammengetrieben und von einem Tierarzt untersucht. Die jungen Fohlen bekommen bei dieser Gelegenheit auch gleich ihr Brandzeichen. Für den Fall, dass einmal ein Tier ausreißt oder gestohlen wird, erleichtert das die Zuordnung. Der Anblick dieser eleganten Tiere ist beeindruckend. Die Hengste buhlen um Ihre weiblichen Artgenossen. Umso dominanter und stärker der Hengst ist, desto Größer ist auch die Anzahl der Stuten, die er anführt. Wenn Ihr also während Eurer Safari einer solchen Gruppe Wildpferde begegne - und das werdet Ihr mit großer Wahrscheinlichkeit - dann achtet ein wenig auf die Gruppenstärke und die Wirkung des Leittieres. In der Regel kommen auf einen ausgewachsenen und geschlechtsreifen Hengst zwischen drei und sechs Stuten. Die Stuten wiederum werden von ihren Fohlen begleitet. Gibt der Hengst das Kommando zur Flucht, folgen ihm seine Damen und Nachkommen voller Vertrauen. Das Leittier ist verantwortlich für das Überleben der Gruppe. Es ist verantwortlich dafür, dass die Gemeinschaft genügend Nahrung und Wasser findet. Während der Wintermonate füllen sich auf dieser Hochebene die sog. Pauli. Das sind Wasserflächen, die sich bilden, weil das Regenwasser auf dem Basaltboden nicht abfließen kann. Für die Pferde und auch für alle anderen hier lebenden Tiere, dienen diese großen seeartigen Flächen als Tränken.