Sardisch - Die Besonderheit der sardischen Sprachen

Limba Sarda - Sprache der Sarden

Die Limba Sarda, also die sardische Sprache, ist eine eigene Sprache, die auf das Romanische zurückzuführen ist und hat mehr lateinische Elemente in sich bewahrt, als das Italienische oder auch jede andere Sprache romanischen Ursprungs. In der sardischen Sprache finden sich auch einige katalanische und spanische Einflüsse wieder. Dass Sardisch offiziell als eine eigene Sprache anerkannt wird, ist allerdings noch nicht besonders lange der Fall. Erst seit 1997 gilt Sardisch, zunächst durch ein Regionalgesetzt, und anschließend im seit dem Jahr 1999 auch durch ein italienisches Nationalgesetz, offiziell als eine Minderheitensprache in Italien. Mit bis zu 1.300.000 Sprechern ist Sardisch die mit Abstand meist gesprochene und mittlerweile auch offiziell anerkannte Minderheitensprache Italiens, vor Friaulisch mit ca. 500.000 und Deutsch, mit ca. 320.000 Sprechern.

Die offizielle Amtssprache auf Sardinien ist dennoch die italienische Sprache. Sarden wachsen demnach zweisprachig auf. In den Ballungszentren der Insel wird mittlerweile auch im Alltag überwiegend Italienisch gesprochen, während man in den ruralen Gebieten in den meisten Situationen das Sardische dem Italienischen vorzieht.

Sardisch ist nicht gleich Sardisch

Sardisch kann man zunächst in zwei Hauptvarianten aufteilen: Im Norden Sardiniens spricht man Logudoresisch/Nuoresisch (ca.400.000 Menschen), während man im Süden der Insel Campidanesisch (ca.900.000 Menschen) spricht. Im Jahr 2006 verabschiedete die Region Sardinien mit der Limba Sarda Comuna, eine Schriftsprache, die beide Hauptvarianten berücksichtigt. Neben diesen beiden Hauptvariationen der sardischen Sprache, werden in ganz bestimmten Gebieten Sardiniens noch weitere Sprachen gesprochen: Dazu gehören Katalanisch, Sassaresisch, Galluresisch (Korsisch) und Tabarkisch (Ligurisch). Diese Sprachen gehören allerdings nicht zum sardischen Sprachsystem.

Von den beiden oben genannten Hauptvarianten der sardischen Sprache, dem Campidanesischen und dem Logudoresischem/Nuoresischem, gibt es jeweils wiederum Untervarianten, die in den verschiedenen Gegenden verbreitet sind und gesprochen werden. Individuelle Besonderheiten im Sardischen, was den Tonfall und die Betonung angeht, gibt es sogar von Dorf zu Dorf und bereits auf geringste Entfernungen.