Gratwanderung im Gennargenu Massiv

In der Nähe der Ortschaft Desulo führt Euch ein Weg bis auf etwa 1.200m hoch. Dort stellt Ihr Euer Auto dann ab und beginnt Eure Bergwanderung. Die im Folgenden beschriebene Gratwanderung, wird den gesamten Tag in Anspruch nehmen. Wenn Ihr Lust auf eine physische Herausforderung habt, dann ist diese Tour genau das richtige für Euch.

 

Der Monte Iscudu (1.599m)

Während des südseitigen Aufstiegs zum Gipfel des 1.599m hohen Monte Iscudu im Gennargentu Gebirge, marschiert Ihr über steile Distel- und Schorfhänge. Festes Schuhwerk und eine vernünftige Trekkingausrüstung sind hier dringend zu empfehlen. Achtet auch darauf, dass Ihr Euch ausreichend Getränke und Snacks einpackt. Die Tour wird anstrengend und lang. Am Gipfelkreuz angekommen, solltet Ihr Euch eine kurze Rast zur Stärkung gönnen. Vom kreuzbewehrten Felskopf des Monte Iscudu aus, überschreitet Ihr dann im weiteren östlichen Gratverlauf. Nach einigen Erhebungen erreicht Ihr dann schließlich den Gipfel des Bruncu Spina.

 

Der Bruncu Spina (1.829m)

Durchschnaufen auf dem Bruncu Spina in einer Höhe von 1.829m. Der Bruncu Spina ist der zweithöchste Gipfel der Insel. Ihr werdet nicht schlecht staunen, wenn Euch beim Ausblick ins Tal, am Nordhang plötzlich zwei Skilifte ins Auge fallen. Macht Euch keine Sorgen, Sauerstoff gibt es hier oben noch genug und Eure Sinne spielen Euch keinen Streich. Die Skilifte mitten auf der Mittelmeerinsel sind real und werden im Winter bei entsprechender Witterung auch betrieben. Schneefall ist hier im Winter durchaus normal. Selbstverständlich wird das Skierlebnis ein anderes sein, als man es aus den Alpen kennt, aber immehin. Den weiten Ausblick in absoluter Einsamkeit solltet Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen. Nach einem Durstlöscher und einer weiteren kleinen Stärkung kann die Tour nun weitergehen.

 

Der Piz Paulino (1.792)

Vom Gipfel des Bruncu Spina aus, steigt Ihr jetzt im leichteren Fels ein wenig bergab. Dann geht es auch schon wieder bergauf zum kegelförmigen Piz Paulino mit einer Höhe von 1.792m. Auch von diesem Gipfel bietet sich Euch ein faszinierender Anblick. Bis zum höchsten Gipfel der Insel, dem Punta La Marmora, scheint es nur noch einen Katzensprung zu sein. Doch erst einmal müsst Ihr noch einmal ein Stückchen hinunter, um danach wieder ganz hinaufzusteigen.

Der Punta La Marmora (1.834m)

Vom Piz Paulino aus, führt Euch Euer weiterer Weg nun auf etwa 1.350m hinab. Ihr marschiert über einen weiten Sattel, auf dem Pferde und andere scheue Weidetiere gerne in aller Ruhe zu grasen.  Übrigens werdet Ihr auf dem Weg kaum einem Menschen begegnen. Nehmt unbedingt Euer Handy mit, für den Fall der Fälle. Der Empfang hier oben ist meist einwandfrei. Auf den recht flachen Sattel folgt nun der Aufstieg an der Nordflanke des Punta La Marmora. Den teilweise felsigen Aufstieg dürft Ihr sehr wohl feierlich vollziehen. Schließlich erwartet Euch oben der höchsten Berggipfel Sardiniens. Mit einer Höhe von 1.834m ist der Punta La Marmora um 5m höher, als der zuvor bestiegene Bruncu Spina, der zweithöchste Gipfel der Mittelmeerinsel. Die herrliche Aussicht vom höchsten Punkt Sardiniens dürft Ihr in absoluter Einsamkeit nach einem etwa siebenstündigen Aufstieg genießen. Vor lauter Genuss solltet Ihr aber nicht den richtigen Zeitpunkt für den Abstieg verpassen. Der Weg zum Auto in absoluter Dunkelheit kann wegen dem schwierigen Gelände ernsthafte Schwierigkeiten verursachen. Eine vollgeladene Taschenlampe bei sich zu haben, ist daher auf keinen Fall verkehrt. Der weglose westseitige Abstieg führt Euch wieder über Geröllhalden und Distelweiden. Der befahrbare Weg zu Eurem etwa 10km weit entfernt abgestellten Auto schlängelt sich entlang der Berghänge. Nach dieser Tour hat man sich eine anschließende kulinarische Verwöhnung und den Schlaf redlich verdient.