Geographische Lage und Merkmale Sardiniens

Lage und Maße Sardiniens

Die sardische Hauptinsel hat eine Fläche von 23.813 km². Zu dieser Fläche kommen noch weitere 277 km² hinzu, die sich auf die vorgelagerten Kleininseln verteilen. Damit ist Sardinien mit einer Gesamtfläche von 24.090 km² nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer und als autonome Region, die drittgrößte Region Italiens.

Die gesamte Küstenlänge Sardiniens beträgt 1850 km. Das entspricht ganzen 8% des italienischen Staatsgebietes. Cagliari, die Hauptstadt der autonomen Region Sardinien, liegt am südlichen Golf der Insel. Einige Küstenabschnitte, wie zum Beispiel die Costa Smeralda, die Costa Rei, die Costa del Sud, die Costa Verde oder die Costa Paradiso, sind auch vielen Menschen, die sich mit Sardinien noch nicht ausgiebig beschäftigt haben, ein Begriff.

Die Länge Sardiniens in Nord – Süd – Richtung beträgt knapp 270 km und die Ost – West – Ausdehnung etwas mehr als 140 km.

Vom italienischen Festland liegt Sardinien etwa 202 km entfernt. Das Tyrrhenische Meer trennt die sardische Insel vom italienischen Festland. In Richtung Süden liegt das offene Mittelmeer und die Distanz zu Tunesien und damit zum afrikanischen Kontinent beträgt in etwa 184 km. Die Distanz zur nächstgelegenen Mittelmeerinsel in westlicher Richtung, nämlich zu Menorca, beläuft sich auf 335 km. In nördlicher Richtung trennt die 12 km breite Straße von Bonifacio die sardissche Insel von der zum französischen Staatsgebiet gehörenden Insel Korsika.

Geologie und Relief

Die ältesten Gesteine Sardiniens stammen aus dem Erdaltertum und werden auf ein Alter von mehr als 500 Millionen Jahren datiert. In späteren Phasen wurden diese Gesteine teilweise aufgeschmolzen und umkristallisiert. Vor rund 300 Millionen Jahren, als mit der variskischen Gebirgsbildung auch die mitteleuropäischen Gebirge entstanden, traten Granitschmelzen empor, die die Erdkruste zu einem Gebirge falteten und erhoben. Durch spätere Erosion, wurde dieses Gebirge schließlich langsam freigelegt.

Das kristalline Gebirge wurde im Jura dann von dicken Kalkschichten überdeckt. Dies wiederum hatte Karsterscheinungen zur Folge, die man noch heute in über 350 Grotten auf Sardinien begutachten kann.

Vor etwa 65 Millionen Jahren zerbrachen die bis dahin zusammenhängenden Tyrrhenischen Landmassen durch die tektonischen Kräfte der Alpenbildung:

Sardinien und Korsika wurden dabei durch die 12 km breite Straße von Bonifacio getrennt. Der Gebirgsblock des Inglesiente spaltete sich in einem Grabenbruch ab, aus dessen Schwächezonen Lava austrat. Dadurch bildeten und dehnten sich Basaltschichten aus.

Sardinien besteht zu etwa 50% aus Bergland, das bis zu einer Höhe von ungefähr 1.000 m einen zum Großteil kuppigen bzw. flächenhaften Mittelgebirgscharakter aufweist. Wegen der entlang der Bruchlinien gebildeten steilkantigen Massive, sind die Gebirgsketten ziemlich kurz. Das höchste Massiv gipfelt in 1.834 m Höhe, im Punta La Marmora (höchster Berg Sardiniens) und im Bruncu Spina mit einer Höhe von 1.829 m im Gennargentu Gebirge.

Zu einem Drittel besteht Sardinien aus Hügelland und zu etwa einem Fünftel aus Ebenen, wie zum Beispiel die fruchtbaren Campidano Ebenen, die sich im Gebiet zwischen der Inselhauptstadt Cagliari und der Stadt Oristano in einer Länge von etwa 100 km in Nord – Süd – Richtung und einer Breite von bis zu 20 km in Ost – West – Richtung erstrecken. 

Sardische Bevölkerung

Auf Sardinien leben ca. 1.663.850 Menschen. Die Bevölkerungszahl sinkt stetig. Der gravierendste Faktor, der zur Abwanderung von der Insel aufs italienische Festland oder sogar ins Ausland Einfluss nimmt, ist wohl der Arbeitsplatzmangel auf der Insel selbst. Es existieren statistische Prognosen, die bis zum Jahr 2060 einen weiteren Bevölkerungsrückgang in der Größenordnung von etwa 300.000 Einwohnern vorhersagen. Die meisten Menschen auf Sardinien leben mittlerweile in den größeren Städten der Insel. Dieser Trend der Urbanisierung auf Sardinien setzt sich weiter fort, mit der Folge, dass insbesondere immer mehr junge Leute, nach ihrer schulischen Ausbildung ihre ländlichen Herkunftsorte verlassen müssen, um in den größeren sardischen Städten wie Cagliari, Sassari, Olbia, Nuoro oder Alghero auf der Suche nach einem festen Arbeitsplatz fündig zu werden.

Sardische Fauna und Flora

Das Artenspektrum der sardischen Tierwelt wurde maßgeblich durch die erdgeschichtliche Entwicklung bestimmt. Auf Sardinien gibt es Vorkommen von Tierarten, die es auf dem Festland nicht oder kaum gibt, wie beispielsweise einige Geierarten und Greifvögel oder auch die Mönchsrobbe. Von einigen Tierarten, wie zum Beispiel dem Mufflon, dem Wildschwein, der Wildkatze, dem Dam- und Edelhirsch, sowie einigen Singvögeln und Insekten und auch dem Fuchs, existieren sardische Varianten, die es ausschließlich auf Sardinien gibt. Dann gibt es noch Tiere, wie die Feldmaus, der Dachs, Frösche und Eichhörnchen, die es auf der sardischen Insel, anders als auf dem Festland, nicht gibt.

Auch in der Pflanzenwelt gibt Sardinien, neben der typisch mediterranen Macchia, ein ganz eigenes Bild ab. Farblich ist die sardische Vegetation durch ein stumpfes Graugrün gekennzeichnet. Dafür hauptverantwortlich sind die hohen Kork- und Steineichenbestände in den bergigen Regionen und die Oliven- und Eukalyptusbäume in den flacheren und hügeligeren Gebieten. Je nach Boden findet sich artenreiches immergrünes Sträuchergewächs und aromatisches Kräuteraufkommen.