Die sardischen Jahreszeiten


Der sardische Frühling

Wegen der noch recht kühlen Wassertemperaturen, sind die Frühlingsmonate März, April und Mai nicht unbedingt die optimale Reisezeit für den reinen Badeurlaub auf Sardinien. Wer allerdings das Motto „Nur die harten kommen in den Garten“ auch tatsächlich lebt, dem wird das Baden bei Wassertemperaturen von um die 15°C selbstverständlich nicht verwehrt.

Die mittleren Lufttemperaturen zu dieser Jahreszeit liegen tagsüber im Mittel zwischen frühlingshaften 16,1°C und 22,6°C. Die Tageshöchstwerte steigen von knapp 22° C im März auf über 27°C im Mai an. Ab Mitte bis Ende Mai gehen auch die Vorbereitungen für den Badetourismus dem Finale entgegen und die ersten Badegäste können das zwar noch etwas kühle, aber dennoch kristallklare und ruhige Meer rund um die sardische Insel in Ruhe und ohne viel Tumult genießen.

Nachts kann es Anfang März bei Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich noch frösteln. Wärmere Kleidung für den Fall der Fälle sollte man zu dieser Reisezeit unbedingt im Gepäck mit dabei haben.

Insbesondere für Outdoor Aktivitäten wie Sport, für Entdeckungsreisen ins Landesinnere der sardischen Insel, für Motorradtouren, sowie zur Besichtigung einiger der zahlreichen sardischen Kulturstädten und Sehenswürdigkeiten, eignen sich diese Temperaturen ganz hervorragend.

Im März erwacht die Insel aus dem grünen Winterschlaf. Die wunderschöne Pflanzenwelt erstrahlt in neuer und frischer Blüte und verzaubert den kleinen sardischen Kontinent nicht nur optisch in eine facettenreiche Idylle, sondern trägt den Duft der sardischen Identität sogar über die Küsten bis auf das Meer hinaus. Bereits beim Einfahren mit der Fähre in einer der Häfen, nimmt man die typische Duftnote der „Macchia Mediterranea“ wahr. In den Lagen unter 800m, der sog. mediterranen Höhenlage, wachsen vor allem Kork- und Steineichen. Diese immergrünen Hartlaubbäume dienen der Korkgewinnung bzw. deren Früchte zur Tierfütterung. In den submediterranen Höhen (über 800m) gedeihen insbesondere sommergrüne Laubwälder und in deren Unterwuchs wuchern vielfältige wilde Sträucher, Büsche und Kräuter, wie beispielsweise der Nieswurz, die Pfingstrose, der Erdbeer- und der Wilde Ölbaum, der Mastixstrauch, die Myrte, der Wacholder- und der Ginsterstrauch, der Affodill aus der Familie der Grasbaumgewächse, Rosmarin, Minze, Thymian, Salbei, Lorbeer, Oleaster, sowie die die Zistrose, die einen ganz besonders großen Betrag zum typischen Duft der „Macchia“ liefert. 

Wer Sardinien in seiner individuellen Vielseitigkeit in Ruhe und fernab von Touristenmassen kennenlernen und erleben möchte, für den ist die frühlingshafte Vorsaison von März bis Mai ganz besonders geeignet.


Der sardische Sommer

Die Badesaison gilt spätestens jetzt als offiziell eröffnet. Ab Juni kommt die Wassertemperatur im Mittel bereits an die 20°C Hürde heran, die im Juli mit ca. 21°C definitiv geknackt ist und im August mit über 24°C sogar ein gutes Stück überschritten ist.

Auch die Lufttemperaturen nehmen während der Sommermonate ordentlich zu und liegen tagsüber im Mittel bei etwas über 30°C. Nachts fallen die mittleren Temperaturen kaum unter angenehme 19°C. Regenwolken lassen sich zu dieser Jahreszeit so gut wie überhaupt nicht mehr am sardischen Himmel blicken und der von den sardischen Bauern und Hirten herbeigesehnte abendliche Sommerregen, der den Weinbergen, Obstplantagen, Gemüsegärten und auch dem Vieh außerordentliche Freude bereiten würde, beschränkt sich in den gesamten drei Monaten, auf zwei Regentage, wie zum Beispiel im Jahr 2014. Wobei hier zu beachten ist, dass es nicht den gesamten Tag durchregnet und der Wolkenbruch auch nur in den seltensten Fällen die gesamte Insel betrifft.

Die Sommermonate Juli und August gelten als die touristische Hauptsaison, was den Badetourismus betrifft. Die Schüler in Italien haben drei Monate frei, teilweise schließen in Italien sogar die Firmen für bis zu mehreren Wochen im August und somit ist die Insel für sardische Verhältnisse als Urlaubsziel entsprechend gefragt und gut besucht. Sardinien gilt als das beliebteste Reiseziel der italienischen Festlandbewohner, die im Sommer dann zusammen mit der Familie ihre Ferien gerne auf der zweitgrößten Insel des Mittelmeeres im Badeurlaub verbringen. Nicht nur die Kontinentalitaliener kommen im Sommer gerne auf die Insel, sondern auch die ausgewanderten Sarden selbst kehren sehr gerne im Sommer zurück „nach Hause“. Trotz der zahlreichen täglich auf der Insel landenden Passagiermaschinen und –fähren sind die sardischen Strände nicht überfüllt. Das Bild in dem sich Handtuch an Handtuch reiht und man auf dem Weg zum Wasser zwischen sonnenden Menschen vorsichtig balancieren muss, wie man es von anderen typischen Urlaubsregionen kennt, gibt es auf Sardinien nicht.

Für ausgiebige sportliche Aktivitäten ist der sardische Sommer meist zu heiß. In den frühen Morgenstunden, also von Sonnenaufgang bis zum frühen Vormittag, erlauben es die Temperaturen meist gerade noch ausdauernden Sport, wie zum Beispiel Rennradfahren oder Joggen, auszuüben. Gleich im Anschluss daran dann ein Sprung ins zur Erfrischung einladende Mittelmeer und danach dann ein kräftigendes Frühstück auf der Terrasse. Auf diese Weise kann der Tag bereits hervorragend beginnen und der Sport dennoch in den Tagesablauf eingebaut werden. Wem die abends teilweise stehende und schwer wirkende Hitze, die über den heißen Sonnentag vom Boden aufgenommen wurde nichts ausmacht, der kann auch mit der schwindenden Sonne seiner Ausdauersportart nachgehen und die Freiheit in aller Seelen Ruhe genießen. Auch bei kulturellen Ausflügen und Besichtigungen im Freien sollten insbesondere kreislaufgeschwächte Menschen auf ihren Körper hören und sich nicht unbedingt bei intensivster mittäglicher Sommersonne die zahlreichen Sehenswürdigkeiten ansehen, sondern diese Aktivitäten eher in den Vormittag oder Abend legen. Ausreichend Flüssigkeit sollte man dabei immer dabei haben, egal ob Sport, Kulturausflug, Stadtbummel, oder am Strand.


Der sardische Herbst 

Die Badesaison auf Sardinien hält weiter an. Die Tagestemperaturen im September sind mit jenen im Juni vergleichbar. Man merkt, dass die Tage kürzer werden und dass es ein wenig windiger wird, was wiederum für angenehme Bedingungen hinsichtlich sportlicher Aktivitäten sorgt. Auch das Wasser ist mit Temperaturen von über 20°C noch angenehm warm und man kann bis weit in den Oktober hinein auch das Meer rund um die sardische Insel beim Schwimmen und Plantschen genießen.

Diese Witterungsbedingungen machen Sardinien in der Tat zu einem Paradies für Sportler, wie beispielsweise Fahrradfahrer und Wanderer. Die touristische Hauptsaison ist vorüber, die Schüler drücken mittlerweile auch wieder die Schulbank und man hat die Möglichkeit, bei jeder Aktivität und in jeder Ecke der Insel die sardische Identität wiederzuerkennen und die einzigartige Landschaft, in Kombination mit der jeweiligen Aktivität, in aller Ruhe zu genießen. In den September und Oktober fallen auch die Erntezeiten für einige Früchte, wie zum Beispiel die Weintraubenlese und die anschließende Weiterverarbeitung der Trauben zu edlen Tropfen. Auch zur Jagdsaison für Großwild, ertönt im Herbst den Startschuss. Hierfür kommen Jäger aus sämtlichen Regionen des italienischen Festlandes auf Sardinien zusammen, um ihre Flinten gemeinsam auf die kulinarisch sehr begehrten sardischen Borstentiere in freier Wildbahn zu richten.

Wer die Insel, seine Bewohner und die Natur in ihrer wirklichen und wahrhaftigen Originalität kennenlernen und erleben möchte, ist zur Nachsaison genau richtig. Der positive Nachgeschmack des Sommers bleibt auf Sardinien bis Ende Oktober erhalten und spiegelt sich in den angenehm milden Lufttemperaturen, dem ruhigen alltäglichen Treiben der Einheimischen, vielen traditionellen Festen in den Dörfern und Städten, sowie in der vielseitigen Natur wieder.

Auch die Preise für die Anreise, Unterkünfte, die Fortbewegungsmittel, sowie auch für Ausflüge und Eintritte, sinken ab September drastisch.

Für Kletterbegeisterte, sowie für Boulderfreunde ist der Herbst wegen den oben beschriebenen klimatischen und selbstverständlich auch wegen der wunderschönen Hänge und Steilküsten ganz sicher die beste Jahreszeit. Nach dem Klettererlebnis dann noch ein Bad im türkisblauen sardischen Meer und am Abend dann die wohlverdiente kulinarische Stärkung in einem nicht mehr überlaufenen einheimischen Restaurant und man fällt von ganz allein ins Bett und erlebt seinen Wunschurlaub ausgeruht und regeneriert, um am nächsten Tag eine neue Kletterroute in Angriff zu nehmen.

Auch Surfer schätzen den sardischen Herbst sehr, um sich auf den Wellen sportlich auszupowern. Selbstverständlich können diese Wellen nicht mit den prominentesten Surfregionen dieser Erde mithalten, sorgen somit aber auch unter Nichtprofis und Anfängern für Freude und Erfolgserlebnisse.  


Der sardische Winter

Die Wintermonate November, Dezember und Januar gelten nicht wirklich als die Monate, in denen die Insel vor Besuchern und Touristen kaum noch zu retten wäre. Dennoch kann man das während dieser Jahreszeit dauergrüne Sardinien, beispielsweise beim Wandern, ganz hervorragend auskundschaften und absolut touristenfrei kennenlernen und das in aller Ruhe. Die Anzahl der Regentage ist selbstverständlich im Winter höher als in den übrigen Monaten und nachts können die Temperaturen auch einmal unter den Gefrierpunkt sinken. Tagsüber liegen die Temperaturen im Mittel meist im zweistellen Bereich bei klarem Himmel und bei Sonnenschein. Tageshöchstwerte von bis zu 20°C sind keine Seltenheit.

Aktivurlauber, wie Wanderer, Trekker,  Jogger und Radsportler werden auch im sardischen Winter mit optimalen klimatischen Bedingungen bedient. Im Anschluss an einen sportlich aktiven Tag, kann man die Abende dann bei einem gemütlichen offenen Feuer im Kamin, der in so gut wie jedem Haus oder in jeder Wohnung auf Sardinien zur Grundausstattung gehört, und bei einem edlen Tropfen Cannonau mit einem Stück Peccorino gemütlich und romantisch ausklingen lassen und sich bereits auf eine erholsame Nacht und den darauf folgenden Tag freuen.

In den höher gelegenen Gebieten ist regelmäßiger Schneefall im Winter auch keine Seltenheit. Für Ski- und Snowboardfahrer, die einmal etwas Abwechslung von den gewohnten und typischen Skigebieten in den Alpen erleben möchten, bietet sich ein Wintersportausflug zum Bruncu Spina (1820m), dem zweithöchsten Gipfel der sardischen Insel an. Auf drei Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden kann man hier seinem Sardinienurlaub seine ganz individuelle Note geben. Die drei Abfahrtspisten mit Liften kommen zusammengenommen auf eine Abfahrtstrecke von knapp 4 km.