Pranu Muttedu bei Goni

Ganz in der Nähe der Ortschaft Goni, die im Landesinneren der Südöstlichen Region Sardiniens liegt, hat man die Möglichkeit eine Zeitreise zurück in die vornuraghische Ozierikultur (ca. 3.200 bis 2.800 v. Chr.) zu erleben. Auf dem ca. 200.000 m² großen Gelände des Archäologischen Parks Pranu Muttedu kann man eine beeindruckende Ausgrabungsstätte einer der bedeutendsten frühgeschichtlichen Anlagen bewundern.

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden an dieser Stelle zahlreiche Gräber und Menhiren fachgerecht unter der Führung des Archäologen Enrico Atzeni freigelegt. Insgesamt weist diese Anlage in etwa 60 Menhiren auf, die paarweise stehen, oder in Gruppen einen Kreis oder einer geraden Linie bilden. Umgeben von alten Korkeichen auf einer ebenen Plattform genießt man einen atemberaubenden Ausblick auf die Umgebung der bergigen Region.

Es wird vermutet, dass viele der Monumente eine religiöse und rituelle Bedeutung haben. So zum Beispiel auch die sog. „großen Kreise“. Diese runden Steinreihen beispielsweise, die treppenartig ineinander eingesetzt sind weisen auf eine religiöse Stätte hin. Außen herum wurden Gräber freigesetzt, was diese Vermutung zu bestätigen scheint. Die senkrecht im Boden stehenden Hinkelsteine, die einen Kreis bilden und von der Anordnung her ein wenig an Stonehenge in Schottland erinnern. Auch hier scheinen religiöse Rituale vollzogen worden zu sein.

Die gerade Steinreihe, die auf vielen Werbeplakaten für den Park abgebildet und dementsprechend berühmt ist, wurde in Ost-West-Richtung angelegt. Der Sinn dahinter scheint eine Astral- und Temporaldeutung gewesen zu sein.

Auch die Grabmäler auf dem Gelände gewähren Einblicke in eine sehr frühe und fortschrittliche Kultur, die auf Sardinien herrschte. Das als „Tomba II“ gekennzeichnete Grabmal scheint das Zentrum des gesamten Gebiets darzustellen. Es muss wohl eine entsprechend große Bedeutung für die damaligen Siedler gehabt haben. Aus mehreren verschiedenen Sandsteinblöcken, die an diese Stelle getragen wurden, besteht das Grab. Hier wurden die großen Steinblöcke zusammengesetzt und eingemeißelt. Das Denkmal setzt sich aus drei Kammern zusammen: Dem Eingangsbereich, einem Vorraum und schließlich dem eigentlich Grab. Die Art und Weise, wie fein und symmetrisch die Steinblöcke bearbeitet wurden, zeugt von einem hohen Verständnis des Handwerks, einem hohen Geschicklichkeitsgrad und ebenso von einer fortschrittlichen Entwicklung, was die Herstellung der Werkzeuge angeht.

Dienstleistungen im Park Pranu Muttedu

Das Parken ist kostenfrei. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei 4€ (Stand 2015). Man kann sich das Areal ohne Führung ebenso ansehen, wie mit einer Führung. Die Führungen werden in Deutsch, Englisch und Französisch angeboten. Auf Italienisch selbstverständlich auch. Wer hungrig wird, der hat hier die Möglichkeit, sich am Schnellimbiss einen Happen oder ein Eis zu genehmigen oder auch im Restaurant eines der lokalen Gerichte zu kosten.